Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung

Die Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung ist für einen Großteil der Bevölkerung die wichtigste Säule der Altersversorgung. Mit der Anhebung der Altersgrenzen durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz sind  gerade in diesem Bereich eine große Unsicherheit und ein hoher Informationsbedarf entstanden. Das Gesetz ist Teil einer Strategie, langfristig den Verbleib im Erwerbsleben zu verlängern und die Rentenbezugszeiten zu verkürzen und somit die Rentenkasse zu entlasten. Dazu werden die Altersgrenzen für verschiedene Altersrentenarten der gesetzlichen Rentenversicherung ab dem Jahre 2012 in Stufen bis zum Jahr 2029 angehoben. Gleichzeitig werden die Rentenabschläge auf die neuen Altersgrenzen ausgerichtet. Für Versicherte ist die aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung zum Teil mit empfindlichen Rentenkürzungen verbunden. Damit steigt die Notwendigkeit, privater und betriebliche Altersversorge zu betreiben. Im Folgenden stellen wir die aktuelle Gesetzeslage dar und informieren über die jeweiligen Anspruchsvoraussetzungen der unterschiedlichen Altersrenten und etwaige Übergangsregelungen hinsichtlich der Altersgrenzenanhebungen.

Anspruch auf Altersrente hat jeder Versicherte, der die erforderliche Wartezeit sowie die besonderen persönlichen und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen der jeweiligen Rentenart erfüllt:

Altersrenten und deren Anspruchsvoraussetzungen im Überblick

AltersrenteWartezeitpersönliche Voraussetzungenversicherungsrechtliche Voraussetzungen
Regelaltersrente5 JahreErreichen des Lebensalters
nach der Altersgrenzenanhebung
-
Altersrente für besonders
langjährig Versicherte
45 JahreVollendung des 65. Lebensjahres-
Altersrente für langjährig
Versicherte
35 JahreErreichen des Lebensalters nach
der Altersgrenzenanhebung
-
Altersrente für
Schwerbehinderte
35 JahreErreichen des Lebensalters nach
der Altersgrenzenanhebung
-
Altersrente für Frauen
(nur für Versicherte, die vor
1952 geboren sind!)
15 Jahrevollendetes 60. Lebensjahrnach vollendetem 40.
Lebensjahr mind. 121 Monate
Pflichtbeiträgen
Altersrente wegen
Arbeitslosigkeit oder nach
Altersteilzeitarbeit (nur für
Versicherte, die
vor 1952 geboren sind!)
15 Jahrevollendetes 60. Lebensjahr, bei
Rentenbeginn und seit dem Alter
58½ für mindestens 52 Wochen
arbeitslos oder ab dem Alter 55
für mindestens 24 Monate
Altersteilzeitarbeit
in den letzten 10 Jahren vor
Rentenbeginn 8 Jahre
Pflichtbeitragszeiten (Der
Zeitraum von 10 Jahren
verlängert sich um
Anrechnungszeiten.)

Achtung: Die Altersrente für Frauen und die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit entfallen für Personen, die nach dem 31.12.1951 geboren sind. Diese können nur dann vorzeitig in Rente, wenn sie 35 Versicherungsjahre nachweisen können und damit die Voraussetzungen für die Altersrente für langjährig Versicherte bzw. Schwerbehinderte erfüllen.

  • Die aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenevrsicherung im Einzelnen

    • Regelaltersrente

Entsprechend dem „Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demographische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz)“ wird ab dem Jahre 2012 die Altersgrenze der Regelaltersrente von derzeit 65 auf das Alter 67 angehoben. In einem Übergangszeitraum von 18 Jahren wird die Altersgrenze für einzelne Geburtsjahrgänge wie folgt angehoben:

 Anhebung der Regelaltersgrenze

GeburtsjahrRentenbeginn im Alter ….
ohne Abschlag
GeburtsjahrRentenbeginn im Alter ….
ohne Abschlag
194765 Jahre 1 Monat195665 Jahre 10 Monate
194865 Jahre 2 Monate195765 Jahre 11 Monate
194965 Jahre 3 Monate195866 Jahre
195065 Jahre 4 Monate195966 Jahre 2 Monate
195165 Jahre 5 Monate196066 Jahre 4 Monate
195265 Jahre 6 Monate196166 Jahre 6 Monate
195365 Jahre 7 Monate196266 Jahre 8 Monate
195465 Jahre 8 Monate196366 Jahre 10 Monate
195565 Jahre 9 Monateab 196467 Jahre

Beispiel:

Herr Müller ist 1957 geboren. Die für ihn derzeit geltende Regelaltersgrenze von Alter 65 wird um 11 Monate erhöht, so dass er erst im Alter von 65 Jahren und 11 Monaten seine Altersrente ohne Abschlag in Anspruch nehmen kann. Nur wenn er die entsprechenden Wartezeiten für eine Altersrente für besonders langjährig Versicherte oder die Altersrente für langjährig Versicherte erfüllt, ist ein ungekürzter Rentenbezug bereits im Alter 65 möglich.

Vertrauensschutzregelung: Versicherte, die vor 1955 geboren sind und vor dem 1.1.2007 Altersteilzeit vereinbart haben, sind von der Altersgrenzenanhebung nicht betroffen.

    • Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung für besonders langjährig Versicherte

Ausschließlich Versicherte, die 45 Pflichtbeitragsjahre bzw. Zeiten der Kindererziehung nachweisen können, sollen auch künftig im Alter 65 ohne Abschlag die neu eingeführte Altersrente für besonders langjährig Versicherte in Anspruch nehmen können. Diese Altersrente privilegiert die Versicherten, die sehr lange Beschäftigungszeiten mit Beitragszahlung nachweisen können bzw. Kinder erzogen haben. Beitragszeiten, die aus Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit erworben wurden, zählen bei der Erfüllung der Wartezeit nicht mit. Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden und gilt auch nicht als Altersgrenze für die Ermittlung des Rentenabschlags bei einem vorzeitigen Rentenbezug.

Beispiel:

Herr Knapp, geb. 1950, hat mit Vollendung des 63. Lebensjahres 46 Berufsjahre erreicht. Sein Rentenabschlag bei einem Rentenbeginn im Alter von 63 Jahren ermittelt sich nach der Anhebung der  Altersgrenze für langjährig Versicherte, d. h. auf Alter 65 und 4 Monate. Der Abschlag beträgt danach 8,4 % (0,3 % pro Monat des vorzeitigen Rentenbezugs), trotz der erreichten 46 Berufsjahre.

    • Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung für langjährig Versicherte

Entsprechend der Tabelle auf Seite 1 dieser Information gelten Versicherte als langjährig versichert, wenn sie 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten belegt haben. Diese Rentenart kann bereits im Alter von 63 Jahren – mit den entsprechen Rentenabschlägen – vorzeitig bezogen werden. Durch die Anhebung der Regelaltersgrenze ergeben sich auch im Bereich der Altersrente für langjährig Versicherte weit reichende Änderungen: Die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Altersrente wird ebenfalls auf Alter 67 erhöht. Zur Erinnerung: Bereits ab dem Jahre 2000 wurde die Altersgrenze von 63 auf 65 angehoben, so dass Versicherte, die bereits im Alter 63 Rente erhalten, einen Rentenabschlag von 7,2 % hinnehmen müssen. Die Altersrente für langjährig Versicherte kann auch weiterhin bereits im Alter von 63 Jahren bezogen werden. Damit erhöht sich der Rentenabschlag entsprechend auf bis zu 14,4 %, je nach Geburtsdatum. Die in früheren Rentenreformen beschlossene Absenkung des frühest möglichen Rentenbeginns von Alter 63 auf Alter 62 entfällt grundsätzlich. Näheres zur Höhe der Abschläge bei vorzeitigem Rentenbezug können Sie der folgenden Tabelle entnehmen:

Anhebung der Altersgrenze für langjährig Versicherte und frühester Rentenbezug mit Abschlag

Geburtsjahr Rentenbeginn
im Alter …
ohne Abschlag
Abschlag
bei Renten-
beginn im
Alter 63
Geburts-
jahr
Rentenbeginn
im Alter …
ohne Abschlag
Abschlag bei
Rentenbeginn
im Alter 63
1949 Januar 65 Jahre 1 Mon.7,5 %195665 Jahre 10 Mon.10,2 %
1949 Februar65 Jahre 2 Mon.7,8 %195765 Jahre 11 Mon.10,5 %
149 März - Dez.65 Jahre 3 Mon.8,1 %195866 Jahre10,8 %
195065 Jahre 4 Mon.8,4 %195966 Jahre 2 Mon.11,4 %
195165 Jahre 5 Mon.8,7 %196066 Jahre 4 Mon.12,0 %
195265 Jahre 6 Mon.9,0 %196166 Jahre 6 Mon.12,6 %
195365 Jahre 7 Mon.9,3 %196266 Jahre 8 Mon.13,2 %
195465 Jahre 8 Mon.9,6 %196366 Jahre 10 Mon.13,8 %
195565 Jahre 9 Mon.9,9 %ab 196467 Jahre14,4 %
 

Beispiel:

Herr Schmidt, geboren 1957, weist 36 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten nach. Die für ihn derzeit geltende Regelaltersgrenze von Alter 65 wird um 11 Monate erhöht, so dass er erst im Alter von 65 Jahren und 11 Monaten seine Altersrente ohne Abschlag in Anspruch nehmen könnte. Die Wartezeit von 35 Jahren für eine Altersrente für langjährig Versicherte ist erfüllt, so dass ein Rentenbezug bereits im Alter 63 möglich ist; der lebenslange Abschlag beträgt dann 10,5 %.

Vertrauensschutzregelungen

    • Versicherte, die vor 1955 geboren sind und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeit vereinbart hatten, sind von der Altersgrenzenanhebung ausgenommen. Die Rentenminderung bei einem vorzeitigen Rentenbezug bezieht sich stets auf das Alter 65.
    • Versicherte, die nach dem 31. Dezember 1947 und vor dem 1. Januar 1955 geboren sind und vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeit vereinbart hatten, können bereits vor dem Alter 63 die Altersrente für langjährig Versicherte entsprechend der folgenden Tabelle in Anspruch nehmen.

Altersgrenzensenkung auf Alter 62

Versicherte
Geburtsjahr / -monat
Rentenbeginn frühestens
im Alter …
Versicherte
Geburtsjahr / -monat
Rentenbeginn frühestens
im Alter …
1948 Jan. bis Februar62 Jahre und 11 Monate1949 März bis April62 Jahre und 4 Monate
1948 März bis April62 Jahre und 10 Monate1949 Mai bis Juni62 Jahre und 3 Monate
1948 Mai bis Juni62 Jahre und 9 Monate1949 Juli bis August62 Jahre und 2 Monate
1948 Juli bis Aug.62 Jahre und 8 Monate1949 Sept. bis Okt.62 Jahre und 1 Monate
1948 Sept. bis Okt62 Jahre und 7 Monate1949 Nov. bis Dez.62 Jahre und 0 Monate
1948 Nov. bis Dez62 Jahre und 6 Monate1950 bis 196362 Jahre und 0 Monate
1949 Jan. bis Februar62 Jahre und 5 Monate
  • Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung

    für schwerbehinderte Menschen

Versicherte, die im Alter von 60 Jahren zu mindestens 50 % schwerbehindert sind und mindestens 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten belegt haben, können diese Altersrentenart in Anspruch nehmen. Auch hier zeigt das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz seine Auswirkungen. Das Renteneintrittsalter für einen Rentenbezug ohne Abschlag wird für schwerbehinderte Menschen von 63 auf 65 Jahre angehoben. Die Altersgrenze für die frühstmögliche Inanspruchnahme wird von Alter 60 auf 62 angehoben. Es bleibt also bei einem höchstmöglichen Rentenabschlag von 10,8 %. Davon betroffen sind Geburtsjahrgänge ab 1952, ab Geburtsjahrgang 1964 ist die Altersgrenze für eine abschlagsfreie Rente auf 65 angehoben.

Näheres entnehmen Sie bitte der Tabelle:

Anhebung der Altersgrenze für schwerbehinderte Menschen und vorzeitige Inanspruchnahme

GeburtsjahrRenten-
beginn ohne
Abschlag im
Alter …
Vorzeitige Inanspruch-
nahme ab Alter … Abschlag 10,8 %
Geburts-
jahr
Renten-
beginn
ohne Abschlag
im Alter …
Vorzeitige Inanspruch-
nahme ab Alter … Abschlag 10,8 %
1952 Januar63 Jahre 1 Mon.60 Jahre 1 Mon.195663 Jahre 10 Mon60 Jahre 10 Mon.
1952 Februar63 Jahre 2 Mon.60 Jahre 2 Mon.195763 Jahre 11 Mon60 Jahre 11 Mon.
1952 März63 Jahre 3 Mon.60 Jahre 3 Mon.195864 Jahre61 Jahre
1952 April63 Jahre 4 Mon.60 Jahre 4 Mon.195964 Jahre 2 Mon.61 Jahre 2 Mon.
1952 Mai63 Jahre 5 Mon.60 Jahre 5 Mon.196064 Jahre 4 Mon.61 Jahre 4 Mon.
1952 Juni - Dez.63 Jahre 6 Mon.60 Jahre 6 Mon.196164 Jahre 6 Mon.61 Jahre 6 Mon.
195363 Jahre 7 Mon.60 Jahre 7 Mon.196264 Jahre 8 Mon.61 Jahre 8 Mon.
195463 Jahre 8 Mon.60 Jahre 8 Mon.196364 Jahre 10 Mon.61 Jahre 10 Mon.
195563 Jahre 9 Mon.60 Jahre 9 Mon.ab 196465 Jahre62 Jahre

Vertrauensschutzregelungen:

  • Versicherte können weiterhin im Alter von 63 Jahren ihre Altersrente abschlagsfrei in Anspruch nehmen, wenn sie
    • am 1. Januar 2007 als schwerbehinderter Mensch anerkannt waren und
    • vor dem 1. Januar 1955 geboren sind und
    • vor dem 1. Januar 2007 Altersteilzeitarbeit vereinbart hatten.
  • Versicherte können weiterhin im Alter von 60 Jahren diese Altersrente abschlagsfrei in Anspruch nehmen, wenn sie
    • vor dem 17. November 1950 geboren sind und
    • am 16. November 2000 bereits schwerbehindert, berufs- oder erwerbsunfähig waren.
  • Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung

    wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

Die Altersgrenze für die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit wurde zuletzt mit dem Rentenversicherungs-Nachhaltigkeitsgesetz im Jahre 2004 im Bereich der frühest möglichen Inanspruchnahme geändert. Danach wird die Altersgrenze für die Geburtsjahrgänge von 1946 bis einschließlich 1948 in einer Übergangszeit von Alter 60 auf Alter 63 angehoben. Diese Rentenart kann nur von Versicherten bis einschließlich Geburtsjahrgang 1951 bezogen werden, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen (siehe Tabelle auf Seite 1 dieser Information) erfüllen. Für Geburtsjahrgänge ab 1952 entfällt diese Rentenart.

Vertrauensschutzregelung:

Die Altersgrenzenanhebung für die frühest mögliche Inanspruchnahme entfällt für Versicherte, die vor 1952 geboren sind und

    • die am 1. Januar 2004 arbeitslos waren oder
    • bereits im Jahre 2003 eine Altersteilzeitvereinbarung getroffen hatten.
  • Aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung

    für Frauen

Frauen der Geburtsjahrgänge bis einschließlich 1951 haben die Möglichkeit diese Altersrentenart in Anspruch zu nehmen, wenn sie die entsprechenden Voraussetzungen (siehe Tabelle auf Seite 1 dieser Information) erfüllen. Für Geburtsjahrgänge ab 1952 entfällt diese Rentenart.

Fragen und Antworten zum Bezug einer Altersrente:

  • Was ist eine Wartezeit und was zählt alles dazu?

Unter Wartezeit versteht man die erforderliche Mindestversicherungszeit für einen Rentenanspruch. Wie lange diese Zeit sein muss und welche Zeiten darauf angerechnet werden, hängt von der jeweiligen Altersrente ab (siehe Tabelle auf Seite 1). Auf die Wartezeit von 5 Jahren als Anspruchsvoraussetzung für die Regelaltersrente und auf die Wartezeit von 15 Jahren für die Altersrente für Frauen sowie die Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit werden folgende Zeiten angerechnet:

 Beitragszeiten (Pflichtbeiträge und freiwillige Beiträge)

Zu den Pflichtbeitragszeiten zählen:

    • Zeiten einer versicherten Beschäftigung
    • Zeiten des Bezugs von Lohnersatzleistungen ab 1992 (z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld, …)
    • Zeiten der Kindererziehung in den ersten 3 Lebensjahren (bei Geburten vor 1992 im ersten Lebensjahr)
    • Zeiten des Wehr- und Zivildienstes
    • Zeiten des Bezugs von Vorruhestandsgeld
    • Zeiten der nichterwerbsmäßigen Pflege einer pflegebedürftigen Person (ab 1. April 1995)

Ersatzzeiten (nur vor 1992)

    • Zeiten des Kriegsdienstes, Kriegsgefangenschaft, Flucht, Vertreibung, Umsiedlung, Aussiedlung, … .

Zeiten aus einem Versorgungsausgleich

    • Zeiten, die bei einer Ehescheidung im Rahmen des Versorgungsausgleichs übertragen werden.

Ausländische Versicherungszeiten im Rahmen über- und zwischenstaatlicher Abkommen

    • Abkommen gibt es mit den Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums sowie mit der Schweiz, Türkei, Tunesien, USA, Kanada, Chile, Israel und einigen anderen Ländern.

Auf die Wartezeit von 35 Jahren als Voraussetzung für die Altersrente für langjährig Versicherte und für die Altersrente für Schwerbehinderte werden sämtliche rentenrechtliche Zeiten angerechnet. Als rentenrechtliche Zeiten gelten zusätzlich zu den bereits aufgeführten Zeiten folgende:

 Anrechnungszeiten

    • Zeiten der Schul-, Fach- und Hochschulausbildung ab vollendetem 17. Lebensjahr (max. 8 Jahre).
    • Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, Rehabilitation und Arbeitslosigkeit, sofern diese nicht bereits als (Pflicht-) Beitragszeit berücksichtigt werden, sowie Zeiten der Schwangerschaft und Mutterschaft während der gesetzlichen Schutzfristen.
    • Zeiten des Bezugs einer Erwerbsminderungsrente, soweit während dieser Zeit eine Zurechnungszeit angerechnet wurde.

Berücksichtigungszeiten

    • Zeiten der Kindererziehung bis zum vollendeten 10. Lebensjahr (gilt nicht für Selbständige mit mehr als geringfügigen Einkünften!).

Hinweis: Kalendermonate, die nur zu einem Teil mit einer rentenrechtlichen Zeit belegt sind – und sei es nur mit einem einzigen Tag – werden bei der Wartezeitermittlung als voller Monat berücksichtigt.

  • Erlaubt die aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung einen Zuverdienst?

Ja, allerdings vor dem 65. Lebensjahr nur im Rahmen der gesetzlich festgelegten Hinzuverdienstgrenzen. Nach Vollendung des 65. Lebensjahres fallen jegliche Hinzuverdienstbeschränkungen weg.

  • Die Hinzuverdienstgrenze bei einer Altersvollrente beträgt bundeseinheitlich 350 €.

Zweimal pro Jahr ist ein Hinzuverdienst bis zum Doppelten der angegebenen Grenzen erlaubt (z. B. wegen Bezugs von Urlaubs- oder Weihnachtsgeld).

Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, wird keine vorgezogene Altersrente (Vollrente) mehr gezahlt. Der Rentenanspruch geht jedoch nicht in jedem Fall verloren. Der Rentenversicherungsträger prüft, ob die Altersrente als Teilrente gezahlt werden kann.

Die Hinzuverdienstgrenzen bei Teilrenten sind höher als die bei Altersvollrenten und sind von der individuellen Einkommenshöhe abhängig. Erst wenn die für die Teilrenten geltenden Hinzuverdienstgrenzen überschritten sind, entfällt der Rentenanspruch für die Dauer des Hinzuverdienstes, längstens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres.

  • Was ist eine Teilrente?

Seit 1992 können alle Altersrenten auch als Teilrente bezogen werden. Und zwar in der Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Drittel der vollen Altersrente.

Nach den Vorstellungen des Gesetzgebers soll durch die Teilrente ein gleitender Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand ermöglicht werden und zwar bei entsprechender Einschränkung der Berufstätigkeit. In der Praxis wird die Teilrente äußerst selten wahrgenommen.

  • Wann sollte der Rentenantrag gestellt werden?

Nach den gesetzlichen Vorschriften wird eine Altersrente ab dem Kalendermonat geleistet, zu dessen Beginn die geforderten Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Voraussetzung ist jedoch, dass die Rente innerhalb der folgenden 3 Monate beantragt wird. Wird der Antrag später gestellt, beginnt die Rente erst mit dem Monat der Antragstellung.

Beispiel:

Am 18.09.2007 wurde Herr Mustermann 65 Jahre alt. Die Wartezeit von 5 Jahren ist erfüllt.

Die Regelaltersrente wird ab Oktober geleistet, wenn der Antrag bis zum 31.12.2007 gestellt wird. Die Auszahlung erfolgt am letzten Arbeitstag eines jeden Monats. Wird der Antrag nach Ablauf der 3 Monatsfrist gestellt, wird die erste Rentenleistung am letzten Arbeitstag des Antragsmonats gezahlt.

Der Rentenantrag hat also entscheidende Bedeutung für den Beginn der Altersrente!

Hinweis: Bei Versicherten, die am Ersten eines Kalendermonats geboren sind, wird die Altersrente – bei fristgerechter Antragstellung – für diesen Monat bewilligt. Die Auszahlung erfolgt am letzten Arbeitstag des entsprechenden Monats.

Tipp: Damit ein nahtloser Übergang vom Arbeitseinkommen zur Rente sichergestellt ist, empfiehlt es sich, den Antrag ca. 3 Monate vor Erreichen der jeweiligen Altersgrenze zu stellen. Wird dem Antrag eine Lohn-Vorausbescheinigung des Arbeitgebers für die letzten 3 Monate vor Rentenbeginn beigelegt, führt dies zu einer Verkürzung des Rentenverfahrens.

  • Wie hoch fällt die Altersrente gemäß aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung aus?

Die Rentenhöhe ist lohnabhängig. Sie richtet sich vor allem nach dem sozialversicherungspflichtigen Bruttoarbeitsentgelt während des Versicherungslebens. Es gilt der Grundsatz: Je höher das Einkommen (max. bis zur Beitragsbemessungsgrenze) und je länger jemand versichert war, desto höher die Rente. Für freiwillige Beitragszahler wird ein der Beitragshöhe entsprechendes Einkommen zugrunde gelegt.

Beispiel: Der Standardrentner (Eckrentner):

Angenommen, ein Versicherter hat 45 Jahre stets ein Bruttoeinkommen in Höhe des Durchschnittsentgelts bezogen, dann ergibt sich zurzeit folgende Rentenhöhe:

 Rentenhöhe (Stand: 2006)

letztes monatliches Bruttoeinkommen (vorläufiges Durchschnittsentgelt 2007)monatliche Brutto-Altersrente (45 Jahre Durchschnittsverdienst)Brutto-Altersrente in % des letzten Bruttoeinkommens
2.457 €1.182,15 €rd. 48 %*

* Das Brutto-Rentenniveau wird durch Eingriffe in die Rentenanpassungsdynamik bis zum Jahre 2030 auf voraussichtlich knapp 40 % sinken.

Nach Abzug des Eigenanteils an den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung (angenommener Krankenversicherungsbeitragssatz von 13,4 % zuzüglich gesetzlicher Sonderbeitrag von 0,9 % und einem Pflegeversicherungsbeitragssatz von 1,7 %) verbleibt dem Rentner eine Nettorente von rd. 1.072 €.

Die Medien benutzen diese Eckrente häufig als Gradmesser für die Höhe der Renten. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass ein Rentner heute nur eine geringe Versorgungslücke hat. Es wird übersehen, dass diese Lücke nur für den Standardrentner gilt, den es aus folgenden Gründen in der Realität nicht gibt:

 Die wenigsten Versicherten kommen auf 45 Versicherungsjahre.

    • Es ist unrealistisch, dass jemand vom Eintritt in das Berufsleben bis zum Rentenbeginn stets entsprechend dem Durchschnitt verdient hat.
    • Das Rentenniveau wird aus dem Bruttodurchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer ermittelt und nicht auf der Basis des individuellen Bruttoeinkommens.

Fakt: Kaum ein Rentner erreicht heute tatsächlich ein Brutto-Rentenniveau von rd. 50 %. Das individuelle Rentenniveau liegt meist deutlich darunter.

Beispiel:

Ein Versicherter hat 40 Jahre lang ein stetig steigendes Einkommen bezogen. Im letzten Jahr lag sein Bruttoverdienst bei 3.000 € im Monat. Im Mittel hat der Versicherte genau entsprechend dem Durchschnitt verdient. Daraus resultiert heute folgende Rente:

 Rentenhöhe (Stand: 2007)

letztes monatliches Bruttoeinkommenmonatliche Altersrente (40 Jahre Durchschnittsverdienst)Altersrente in % des letzten Bruttoeinkommens
3.000 €1.051 €35%

Nach Abzug des Eigenanteils an den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung verbleibt eine Netto-Rente von 953 €.

Im Klartext: Die Versorgungslücke ist für die meisten gesetzlich Versicherten schon heute weitaus größer als die des Standardrentners. Bei vielen Rentnern ergibt sich bereits heute eine Rente vor Zahlung des Beitrags zur Krankenversicherung der Rentner (KVdR) und vor Steuern von weit weniger als 50 % ihres letzten Bruttoeinkommens gemäß aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung.

! Betrachtet man die Verteilung der Altersrenten (alte Bundesländer) der Höhe nach, kommt man zu einem ernüchternden Ergebnis: Gerade mal jeder fünfte Neu-Rentner in den alten Bundesländern erhält mehr als 1.250 € Rente im Monat. Bei den Frauen liegt der Anteil sogar nur bei 1,7 %.

 Besonders groß ist die Versorgungslücke

    • bei Personen mit Lücken in ihrer Versicherungsbiographie (z. B. Frauen, Selbständige, Akademiker),
    • bei Besserverdienenden mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze (2007: West 5.250 €, Ost 4.550 € im Monat), bei Versicherten, die ihren wohlverdienten Ruhestand vor der eigentlichen Altersgrenze antreten und hohe lebenslange Abschläge hinnehmen müssen.
  •  Welche Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge zahlt ein Rentner?

    • Pflichtmitglied der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung

Rentner, die in der zweiten Hälfte ihres Erwerbslebens zu mindestens 90 % bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert waren, werden Mitglied in der KVdR und der gesetzlichen Pflegeversicherung (PflV).

Für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge ist der allgemeine Beitragssatz der Krankenkasse maßgebend, bei der der Rentner krankenversichert ist. Der Beitragssatz für die gesetzliche Pflegeversicherung beträgt bundeseinheitlich 1,7 % (für Kinderlose 1,95 %).

Die auf die Rente entfallenden Krankenkassenbeiträge werden je zur Hälfte vom Rentner und Rentenversicherungsträger getragen. Hinzu kommt der gesetzliche Sonderbeitrag von 0,9 % sowie die Beiträge zur Pflegeversicherung, die jeweils vom Rentner alleine zu tragen sind. Der Eigenanteil des Rentners wird direkt von der Rente abgezogen und vom Rentenversicherungsträger an die Krankenkasse abgeführt.

Achtung: Bezieht der versicherungspflichtige Rentner neben seiner Rente noch Versorgungsbezüge (z. B. Renten aus der betrieblichen Altersversorgung, Renten berufsständischer Versorgungswerke) sind diese mit dem vollen allgemeinen Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse zuzüglich gesetzlichem Sonderbeitrag beitragspflichtig, und zwar – zusammen mit der GRV-Rente – maximal bis zur Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung (2007: 3.562,50 € im Monat).

    •  Freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Kranken- und flegeversicherung

Wer als Rentner nicht die Voraussetzungen für die Pflichtmitgliedschaft in der KVdR erfüllt, kann sich bei einer gesetzlichen Krankenkasse freiwillig versichern. Dabei werden allerdings alle Einkünfte (Rente, betriebliche Altersversorgung, Mieteinnahmen, Zinseinkünfte, private Rentenversicherungen usw.) für die Beitragsberechnung herangezogen.

Auf Antrag erhalten freiwillig versicherte Rentner vom Rentenversicherungsträger einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag, der zusammen mit der Rente ausgezahlt wird. Der Zuschuss entspricht dem halben allgemeinen Beitragssatz der jeweiligen Krankenkasse – bezogen auf die gesetzliche Rente. Ein Zuschuss zur Pflegeversicherung wird nicht gezahlt.

Der Zuschuss zur Krankenversicherung ist auf die Hälfte des tatsächlichen Krankenversicherungsbeitrags begrenzt. Der Versicherte führt seine Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge direkt an seine Krankenkasse ab.

    •  Mitglied der privaten Kranken- und Pflegeversicherung

Rentner, die privat bei einem Krankenversicherungsunternehmen versichert sind, erhalten auf Antrag vom Rentenversicherungsträger einen Zuschuss zum Krankenversicherungsbeitrag, der zusammen mit der Rente ausgezahlt wird. Der Zuschuss entspricht dem halben durchschnittlichen Beitragssatz aller Krankenkassen (seit 1.7.2007: 50 % von 13,9 % = 6,95 %). Ein Zuschuss zur Pflegeversicherung wird nicht gezahlt.

Der Zuschuss zur Krankenversicherung ist auf die Hälfte des tatsächlichen Krankenversicherungsbeitrags begrenzt. Die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sind vom Rentner direkt an seinen privaten Krankenversicherer abzuführen. Der privat Versicherte zahlt dabei einen individuell kalkulierten Beitrag.

  • Wie wird die Altersrente besteuert?

Die Besteuerung der gesetzlichen Altersrenten wurde durch das Alterseinkünftegesetz zum 1.1.2005 grundlegend geändert. Vor 2005 wurden gesetzliche Altersrenten entsprechend dem vollendeten Lebensalter zu Rentenbeginn mit dem so genannten Ertragsanteil versteuert. Bei einem Rentenbezug im Alter 60 lag der Ertragsanteil bei 32 %, wurde eine Rente ab Alter 65 bezogen bei 27 %.

Seit 1.1.2005 werden gesetzliche Rentenbezüge nachgelagert besteuert. Danach richtet sich der Besteuerungsanteil künftig ausschließlich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Im Jahr 2005 betrug der steuerpflichtige Anteil 50 %. Der Besteuerungsanteil wird jährlich für jeden neu hinzukommenden Rentnerjahrgang bis zum Jahr 2020 um 2 Prozentpunkte erhöht, danach um einen Prozentpunkt. Bei einem Renteneintritt ab dem Jahr 2040 sind die Rentenbeträge dann voll zu versteuern.

Wird eine Altersrente im direkten Anschluss an eine Erwerbsminderungsrente bezogen (Umwandlung zum Alter 65), bleibt der zu versteuernde Anteil, der bisher auf die Erwerbsminderungsrente angewendet wurde, erhalten. Das bedeutet, dass der festgeschriebene steuerpflichtige Anteil aus dem ersten Rentenbezugsjahr der Erwerbsminderungsrente auch auf die Altersrente Anwendung findet.

Beispiel:

Herr G. bezieht seit 2007 Erwerbsminderungsrente mit einem zu versteuernden Anteil von 54 %. Im Jahre 2009 wird die Erwerbsminderungsrente in die Altersrente umgewandelt. Er behält nun den zu versteuernden Anteil von 54 % aus dem Jahr 2007 bezogen auf die Altersrente im Jahre 2009 und die Folgejahre bei.

Verfügt ein Rentner über keine weiteren Einkünfte (wie z. B. Hinzuverdienst aus einer Beschäftigung, Betriebsrente, Mieteinnahmen), fällt derzeit selten Einkommensteuer an, da diese erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 7.664 € bei Ledigen und 15.328 € bei Verheirateten erhoben wird. Das entspricht einer Monatsbruttorente aus der gesetzlichen Rentenversicherung von ca. 1.500 €. (Stand: 2007).

 Fazit:

Ohne zusätzlich Vorsorge geht es nicht!

Die Zeiten, in denen die gesetzliche Rentenversicherung ihrer Lohnersatzfunktion gerecht wurde, sind vorbei. Die beschlossene Anhebung der Altersgrenzen gemäß aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung, quer durch die Altersrentenlandschaft hinweg, bringt den Versicherten im Endergebnis höhere Rentenabschläge und damit eine niedrigere gesetzliche Versorgung im Alter. Die im Jahre 2002 zum Ausgleich der Rentenniveaukürzung eingeführte staatlich geförderte „Riesterrente“ und die Regularien des Alterseinkünftegesetzes aus dem Jahre 2005 zeigen sehr deutlich, dass auch der Gesetzgeber die Zeichen der Zeit erkannt hat und private sowie betriebliche Altersversorgung durch steuerliche Anreize unterstützt. Eine kompetente und individuelle Beratung ist dabei durch nichts zu ersetzen, denn Versorgungslösungen sind individuelle Lösungen. Schließlich sind keine zwei Lebensläufe, keine zwei Haushalte völlig gleich. Der erste Schritt ist dabei immer ein Versorgungs-Check, was ist bereits vorhanden und was muss noch ergänzt werden. Dies ist die Basis für einen individuellen Vorschlag, der passt und die aktuelle Regelung Altersrente gesetzliche Rentenversicherung berücksichtigt.

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