Unterschätzte Risiken bei Vereinen

In unserer Region gibt es viele, sogenannte „gesellige“ Vereine. Dazu zählen unter anderem Sport-, Feuerwehr-, Heimat-, Seniorenvereine und viele weitere mehr.

Um dem eigentlichen Zweck eines jeden Vereins (Zusammenhalt fördern, vereinsoffene und vereinsgeschlossene Veranstaltungen durchführen, etc.) gerecht zu werden, bringen sich Mitglieder und Vorstände ein.

Dazu ein Beispiel: Ein Verein bereitet einen Laternenumzug um und rechnet mit ca. 150 Besuchern, es soll ein größeres Feuer geben, eine Hüpfburg, ein Toilettenwagen und ein Festzelt sollen auch aufgestellt werden. Zwei mögliche Schadenbeispiele die während der Veranstaltung auftreten können:

  1. Auf der Hüpfburg stoßen zwei Kinder zusammen, eines der beiden Kinder verdreht sich das linke Knie und muss ins Krankenhaus gebracht werden. Das Kind wird vier Tage im Krankenhaus behandelt, ehe es entlassen wird. Die Krankenkasse des Kindes macht Kosten in Höhe von 3.500 € gegenüber dem Veranstalter (Verein) geltend.
  2. Das Feuer greift durch Funkenflug auf einen Schuppen und ein Getreide-Feld über und richtet einen Sachschaden in Höhe von 17.000 € an. Der örtliche Agrarbetrieb verlangt vom Veranstalter (Verein) den Schaden zu ersetzen.

Erst bei Schäden, wie den oben genannten, wird der Vereinsvorstand erkennen wie gut oder unzureichend die eigene Vereins- und Veranstaltungshaftpflichtversicherung ist. Wenn bei der bestehenden Versicherung bestimmte „Risiken“ (Feuer, Hüpfburg, Veranstaltungen, Ausschank von Getränken, etc.) nicht oder nicht richtig mitversichert wurden, dann hat dies zur Folge, dass im Schadenfall die Versicherungsgesellschaft berechtigterweise nicht zahlt und leistungsfrei ist.

An dieser Stelle enden jedoch nicht die Schadenersatzforderungen der Krankenkasse und des Agrarbetriebes aus unserem obigen Beispiel. Es wird dann das Vereinsvermögen (sofern Bankguthaben, Kassenbestände, Grundstücke, etc. vorhanden sind) herangezogen und liquidiert. Sollte der Verein nicht über ein ausreichendes Vermögen verfügen, dann wird auf das private Vermögen sämtlicher Vereinsvorstände zugegriffen.
Denn die Vereinsvorstände haften mit ihrem gesamten privaten Vermögen für sämtliche Kosten von Unfällen und Schäden die durch oder während der Vereinsaktivitäten und Veranstaltungen entstehen, sofern:

  • der Verein nicht korrekt bzw. gar nicht versichert ist und
  • das Vermögen des Vereins zu klein ist um die Schadenersatzforderungen zu erfüllen!

Weiterhin sollte grundsätzlich der Begriff „Risiken“, speziell abgestimmt auf Vereine, angerissen werden. Wir unterscheiden zwei Arten von Risiken:

  1. „Risiken“ sind auf der einen Seite reale (greifbare) Dinge, die ein Verein als Mieter (egal ob unentgeltliche Nutzung oder gegen Zahlung einer Miete/Pacht) nutzt bzw. selber im Eigentum hat. Dazu zählen u.a.: Grundstücke, Gebäude, Stege, Anhänger, Autos, Boote, Werkzeuge, Musikanlagen, Tanks, Baumaterial, Zelte und vieles mehr.
  2. „Risiken“ sind darüber hinaus aber auch abstrakte (nicht anfassbare) Dinge, die ein Verein macht, durchführt, veranstaltet oder anbietet. Und hier ist oftmals das eigentliche Haupt-Problem: zu erkennen, welche Risiken der Verein überhaupt hat!

Hierzu zwei Risiken und Spezial-Klauseln die im Versicherungsvertrag zu abstrakten Risiken vereinbart werden müssen, sofern es für den Verein zutrifft:

  • Gastronomie-Klausel: Ein Verein beteiligt sich im Rahmen einer Veranstaltung (Verein ist nicht der Veranstalter) am Ausschank von Getränken und der Ausgabe von Lebensmitteln (z. Bsp. Grill). Dazu kauft der Verein die Getränke und Lebensmittel. Fünf Vereinsmitglieder stellen sich in den „Bierwagen“ und „hinter den Grill“. Einige Vereinsmitglieder hielten es jedoch mit der Kühlkette nicht ganz genau. Die Folge: das Grillfleisch ist verdorben – jedoch wird es erst bemerkt, als es zu spät ist. Nach vier Wochen kommen die ersten Regressforderungen von Krankenkassen aufgrund Behandlungskosten und Verdienstausfall auf den Verein zu.
  • Mietsachschaden-Klausel: Ein Verein hält seine Mitgliederversammlung im von der Gemeinde überlassenen Gebäude ab. Die Kaffeemaschine, mit der im Gebäude „immer schon“ Kaffee gekocht wird, entflammt aufgrund eines technischen Defektes. Das Feuer greift auf das Gebäude über und beschädigt es. Der Schaden am Gebäude wird von der Vereinshaftpflichtversicherung nur bezahlt, wenn die Mietsachschaden-Klausel ordnungsgemäß vereinbart ist.

Wenn der Verein keine oder nur eine mangelhafte Vereinshaftpflichtversicherung hat, haftet der Verein für Schäden mit seinem Vermögen. Reicht das Vermögen des Vereins nicht aus, die entstandenen Schäden zu bezahlen, haftet der Vereinsvorstand mit seinem privaten Vermögen. Da der Vereinsvorstand grob fahrlässig gehandelt hat, so der Vereinsvorstand keine bzw. keine passende Vereinshaftpflichtversicherung abgeschlossen hat.

Damit Sie als Vereinsvorstand vor solchen Situationen geschützt sind, bieten wir Ihnen an, dass Sie sich für Ihren Verein ein leistungsorientiertes Angebot erstellen lassen können bzw. wir Ihre bestehende Vereins- und Veranstaltungshaftpflichtversicherung überprüfen.

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